Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
"Big is beautiful" oder auch "size matters" scheinen die Leitsätze vieler Boxenkäufer zu sein. Immer wieder findet man große Standboxen mit mindestens 3 Chassis in kleinen Räumen. Als Grund für den Kauf einer Standbox wird meist die angeblich "bessere Basswiedergabe" genannt. Das mag beim Probehören im Händlerstudio sogar stimmen. Nur dieses hat meist recht wenig mit dem häuslichen Wohnzimmer gemeinsam. Zuhause klingen die Boxen plötzlich ganz anders - die Abbildung stimmt nicht oder der Bass wummert.
"Mehr ist weniger" sollte vielleicht lieber das Motto sein. Kaufwillige sollten sich mehr Zeit für die Auseinandersetzung mit Kompaktboxen als Alternative nehmen. In Räumen unter ca. 20qm führen diese häufig zu besseren Ergebnissen. Warum? Zum einen lassen sie sich leichter in Wandnähe positionieren, ohne dass der Bass unbotmäßig aufgeblasen wird. Zum anderen erfolgt eine präzisere Abbildung, weil die Wiedergabe der Chassis nicht durch wie bei vielen Standboxen durch den geringen Abstand "auseinanderfällt". Nachteile gegenüber Standboxen gibt es natürlich auch, insbesondere die Limitierung der Maximallautstärke durch weniger bzw. kleinere Basschassis seien genannt.
Das oft genannte Argument für Kompaktboxen, nämlich der geringere Platzbedarf, ist hingegen fraglich. Kompaktboxen spielen erst auf passenden Stands richtig auf und er Platzbedarf ist dann mit Standboxen vergleichbar, sie dürfen nur etwas näher an die Wand. Und sie sollten nicht unbedingt ins Regal!
Patentrezepte gibt es bei Lautsprechern nicht - jeder Raum ist anders und somit das Ergebnis im eigenen Hörraum nicht vorhersehbar. Und es gibt große Kompaktboxen sowie kleine Standboxen - die Grenzen verschwimmen. Daher kann dieser Beitrag nur eine Anregung sein, gerade bei kleinerem Raum über die Anschaffung von Kompaktboxen nachzudenken und sie nicht von vornherein auszuschließen. Andere Meinungen dazu sind erlaubt.
Im meinem eigenen Hörraum (20qm mit Durchgang zu weiteren 16qm) habe ich den Wechsel von Stand- auf Kompaktboxen (ELAC FS207.2 auf BS204.2) vollzogen und konnte damit eine wesentliche präzisere Basswiedergabe bei verbesserter Abbildung erreichen. Und "untenrum" (im Bass) fehlt nicht wirklich was...
Ich bin gespannt auf andere Meinungen zu dem Thema :)
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Dem ist nicht viel hinzuzufügen. In diesem Zusammenhang finde ich es schade, dass es kaum noch geschlossene Kompaktlautsprecher gibt. Das Zustopfen der Reflexöffnung ist für mich 2te Wahl.
Gruss
Florian
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Hallo Zusammen,
meine Erfahrungen sind ähnlich.
Ich bin an sich ein Fan von größeren Standlautsprechern und habe mich für die HGP Corda entschieden. Ich bereue es auch nach wie vor nicht. Aber so richtig zufrieden bin ich erst, seit ich nach vielen Versuchen mit des LS-Aufstellung usw. meinen Aktivsub (Nubert AW1000) vorgeschaltet habe. D.h. ich gehe vom Vorverstärker auf die FW vom Sub (Trennfrequenz 40 HZ) und von dort, ebenfalls bei 40 Hz gefildert, auf die Endstufen für die Cordas. Meine Bassprobleme sind seitdem weg. Allein durch die flexible Aufstellung des Subs halten sich Störungen durch Raummoden in Grenzen. Die Pegelregelung tut ein übriges.
Ich bin davon überzeugt das dies auch eine sinnvolle Alternative mit Kompakten sein kann. So könnte man die Vorzüge der Kompakten mit der nötigen Basswiedergabe paaren. Wenn ich Zeit habe, werde ich das auch mal mit meinen Rears testen.
Ganz nebenbei hat sich auch die Wiedergabe der Cordas, durch das entlasten vom Tiefbass, extrem verbessert.
Gruß
Michael
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Wenn man es etwas lauter mag bzw. das letzte Quäntchen Bass rausholen möchte, kann ein Subwoofer in der Tat etwas bringen. Wobei ja sogar viele Kompakte bis 50Hz und tiefer spielen, also bei den meisten Musikquellen nicht wirklich viel verloren geht - hier steht dann der "Entlastungsfaktor" im Vordergrund.
Für ein Stereo-Setup muss man aber einiges an Zeit in Auswahl, Aufstellung und Einstellung investieren, damit man zu einer homogenen Ergänzung kommt. Im Heimkino ist es durch die Einmessung moderner Receiver etwas einfacher - aber wenn man Musik "DSP-frei" hören will, muss man auch hier vernünftige Basiseinstellungen wählen. In beiden Fällen am besten mit Test-CD und Pegelmessgerät bewaffnet. Empfehlenswert sind nach meiner Erfahrung Woofer, die eine stufenlos regelbare Phasenanpassung besitzen, weil man diese genauer an die Hauptboxen anpassen kann. Geschlossene Konstruktionen sollen dabei mehr Präzision bringen, wobei ich selbst auch mit Bassreflex-Woofern gute Erfahrungen gemacht habe. Kommt wohl auch hier immer auf den konkrete Konstellation und den Raum an.
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass beides funktionieren kann. Stand-LS in "kleinen" Räumen, sowie Kompakt-LS in Großen.
Es kommt immer auf Raum und Lautsprecher an. Natürlich sollte sich keiner in 10qm eine MBL 101 X-treme aufstellen, aber seien wir ehrlich, das wird kaum einer machen. Warum aber nicht auch einen Stand-LS in einem 15qm Raum? Wenn er nicht gerade mit Chassis überhäuft ist, dann kann das funktionieren. Bei 2,5 oder 3 Metern Abstand zu den jeweiligen LS, kann das sehr gut funktionieren.
Der Raum muss aber natürlich auch dafür bearbeitet werden und hier sehe ich den meisten Handlungsbedarf.
Aber wenn auch dieser passt, sehe ich bei beiden Varianten keine Probleme, natürlich aber immer mit Maß und Ziel!
Mit freundlichen Grüßen
Sascha Deutsch
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Hallo,
ich denke nicht, dass die Anzahl der Chassis entscheidet, ob eine Standbox zur Verwendung in einem Raum taugt.
Mehere kleine Basschassis, z.B. in den Nubert NuVero 11/14 werden den Raum eher gleichmässiger anregen, als ein 30cm Teil wie es bei JBL Verwendung findet.
Auch das Gehäuse wird eine entscheidende Rolle spielen (Bassreflexauslegung usw.).
Ansonsten Teile ich die Meinung von Sascha Deutsch, dass der Raum die Musik macht.
MfG
Ferdi Schirmer
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Der Raum ist sicher der bestimmende Faktor. Die wenigsten Menschen machen sich hierüber aber wirklich Gedanken und kaum einer möchte seinen Raum mit "Akustikelementen" ausstatten. Auch ich nicht.
Von daher müssen bei den meisten Leuten die Boxen zum Raum passen, wie er ist. Und wenn der Raum wie so häufig klein ist, können kompakte Boxen durchaus Vorteile bieten.
Mein - etwas provokanter - Eindruck ist, dass bei der häufigen Wahl zugunsten großer Standboxen nicht unbedingt die akustische Eignung primärer Kaufgrund ist.
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Kleine Lautsprecher sind in einem eher "normalen" Hörraum i.A. einer wuchtigen Standbox vorzuziehen. Ausnahmen bestätigen die Regel, d.h. falls eine Stanbox im Bass eher zurückhaltend bzw. mit einem kontinuierlichen Bass-Abfall abgestimmt ist, gehts natürlich schon.
In meinem Hörraum (fast quadratischer Grundriss mit 21m2 und Durchgang in einen Nachbarraum derselben Größe) hatte ich große Standboxen in Aktivausführung mit DSP-Weiche und der Möglichkeit der Frequenzgang- und Zeitmanipulation im Einsatz. Trotz all der Spielereien war ein homogenes Klangbild schwer hinzubekommen und dann sehr abhängig von der wiedergegeben Musik.
Nun, jetzt betreibe ich einen kleinen 2-Wegerich mit 13cm Tieftöner und Bändchen-Hochtöner an einer kleinen Röhrenendstufe (Impedanzlinearisierung an die Lautsprecher angepasst) und siehe da: Der Klang ist wunderbar homogen und luftig leicht, die Musik schwebt befreit von mulmigen Bassgedröhns flirrend frei im Raum. Das hat echt Klasse und sorgt bei diversen Leuten, die zur Hörprobe vorbeikommen für reihenweise heruntergeklappte Unterkiefer ;-)
LG Walter
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Hallo Wu,
wenn wir ehrlich sind, werden die wenigsten Komponenten, darunter vor allem Lautsprecher, vorrangig nach dem Klang gekauft.
Die Optik ist bei über 90% der Käufer das allen ersten Kriteriums. Gefällt die Optik nicht, wird es nicht gekauft. (Das ist nicht nur bei HiFi so) Da kann diese Komponente so gut sein, wie sie will, aber sie bleibt stehen.
Hallo Ferdi,
je mehr Chassis, lassen wir die TTs jetzt mal außer Acht, desto mehr Abstand benötige ich zu den jeweiligen Lautsprecher, wenn ich die Chassis nicht orten möchte, das hat mir zumindest meine Erfahrung gezeigt.
Deshalb auch dieser Einwurf in meinem Beitrag.
Mit freundlichen Grüßen
Sascha Deutsch
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Hallo Sascha,
>> wenn wir ehrlich sind, werden die wenigsten Komponenten, darunter vor allem Lautsprecher, vorrangig nach dem Klang gekauft.
Die Optik ist bei über 90% der Käufer das allen ersten Kriteriums. Gefällt die Optik nicht, wird es nicht gekauft. (Das ist nicht nur bei HiFi so) Da kann diese Komponente so gut sein, wie sie will, aber sie bleibt stehen. <<
Da ist viel dran. Umso wichtiger finde ich es, dass Foren und Angebote über Vor- und Nachteile der Lautsprecherkonzepte (das geht ja über Stand vs. Kompakt hinaus) und insbesondere über die Tücken der Raumakustik ausführlich informieren. Ein Patentrezept gibt es ja sowieso nicht ;-)
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Hallo Leute,
>> wenn wir ehrlich sind, werden die wenigsten Komponenten, darunter vor allem Lautsprecher, vorrangig nach dem Klang gekauft.
Die Optik ist bei über 90% der Käufer das allen ersten Kriteriums. Gefällt die Optik nicht, wird es nicht gekauft. (Das ist nicht nur bei HiFi so) Da kann diese Komponente so gut sein, wie sie will, aber sie bleibt stehen. <<
Volle Zustimmung! Eines wurde aber vergessen: Der PREIS macht die Musik!
Man braucht sich ja nur umschauen WO und WIE das Groß der heutigen Komponenten gekauft wird: Im Blödmarkt und Co.!Dort zählt der Klang eigentlich gar nicht, man hat ja auch gar keine Möglichkeit diesen vor Ort im Lärm von tausenden Menschen und dem Gewummer vom Auto-Subwoofer nebenan auch nur ansatzweise qualitativ einzuschätzen. Ausserdem geht der erste Blick sowieso aufs Preisschild und wenn dann da steht: 60% ermäßigt oder dergl. wird der Einkaufswagen schon angefüllt. Ob das Ding dann daheim in den Wohnraum passt oder nicht, spielt hier die geringste Rolle.... Ausserdem können die meisten Leute das ja gar nicht einschätzen, ob die Komponente nun gut klingt oder nicht. Es fehlt eindeutig der Bezugspunkt und die persönliche "Wichtigkeit" des guten Klanges bei den meisten Leuten, es ist leider vielen Menschen schlicht EGAL wie gut oder wie schlecht das klingt...
LG Walter
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Hallo Zusammen,
>> wenn wir ehrlich sind, werden die wenigsten Komponenten, darunter vor allem Lautsprecher, vorrangig nach dem Klang gekauft. <<
das ist natürlich richtig. Ändert aber ja nichts. Der typische MM-Käufer verbringt seine Abende ja auch nicht damit, für seine LS die richtige Aufstellung zu finden, den Hörraum zu optimieren etc.
Er stellt sie auf und hört Musik. Trotzdem ist er mit dem Ergebnis in weiten Teilen wahrscheinlich zufrieden. Und damit hat er uns "Freaks" IMHO etwas vorraus.
Mal ehrlich: viele von uns verbringen mehr Zeit damit am Equipment zu basteln als einfach mal ne CD richtig zu genießen, oder? Ich hatte zumindest schon solche Zeiten....
Aber zurück zum Thema: Ich bin nach wie vor der Meinung, das Kompakte in Verbindung mit 2-4 Subwoofern oft die besseren Ergebnisse liefern. Da kann ich Walter Tegischer nur zustimmen.
Viele Grüße
Michael
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Dazu ein kleiner Auszug aus meiner HP (www.hifiaktiv.at)
KOMPAKT- ODER STANDLAUTSPRECHER?
Wenn möglich, sind Standlautsprecher vorzuziehen! Schon rein physikalisch betrachtet haben sie Vorteile gegenüber Kompaktlautsprechern. Das größere Gehäusevolumen, meist im Zusammenhang mit mehr Membranfläche, ergibt mehr Klangvolumen und Linearität im Grund- und Tieftonbereich. Auch bei kleinen Abhörlautstärken bleibt das volle Klangbild erhalten, Kompaktlautsprecher verlieren dabei etwas mehr an Substanz. Standlautsprecher schöpfen einfach "aus dem Vollen" und das ist nicht zu überhören.
Abgesehen vom schlankeren Tieftonbereich, können Kompaktlautsprecher aber hervorragend gut klingen. Idealer Weise werden diese auf LS-Ständern positioniert, sie beanspruchen dann aber auch den gleichen Platz wie Standlautsprecher. Trotzdem kann das Sinn machen, vor allem in kleinen Räumen und bei kurzen Hörabständen. Auch kommt es immer wieder vor, dass Standlautsprecher keinen Platz finden, oder dass sie einfach aus optischen Gründen nicht erwünscht sind. Ein durchaus akzeptabler Kompromiss kann dann die Positionierung von Kompaktlautsprechern auf- oder in einem Möbel sein.
In Prospekten werden Kompaktlautsprecher immer wieder mit unteren Frequenzgrenzen im Bereich von 30-35Hz "angegeben". Nicht dabei steht allerdings, mit welchem reduzierten Schalldruck und bei welcher geringen Belastung das nur möglich ist!
Die meisten Hersteller von Kompaktlautsprechern greifen dabei zu einem Trick, der dem Hörer ein "sattes" Bassfundament vorgaukelt und der die Wiedergabe besonders tiefer Frequenzen (scheinbar) verbessert. Dabei wird mit Verzicht auf optimale Linearität, einfach der gesamte Tieftonbereich angehoben. Leider ist es dann unvermeidlich, dass im Bereich der relativ hohen Bassfrequenzen - etwa zwischen 75-100Hz - eine Überhöhung entsteht, die recht lästig werden kann. Wenn ein Konstrukteur dabei zu sehr übertreibt, neigt so ein Lautsprecher dann leicht zum Dröhnen.
Kompaktlautsprecher arbeiten heute fast ausschließlich nach dem 2-Wege Prinzip. Dabei wird vom gleichen Lautsprecherchassis der Tief- und Mitteltonbereich abgestrahlt. Bei höheren Pegeln und damit verbundenen größeren Membranhüben kann es dadurch zu Verzerrungen im Mitteltonbereich kommen.
MfG
David Messinger
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
--> Auch bei kleinen Abhörlautstärken bleibt das volle Klangbild erhalten, Kompaktlautsprecher verlieren dabei etwas mehr an Substanz.<--
Meiner Einschätzung nach tritt dieses Problem bei aktivierten Kompaktlautsprechern deutlich geringer auf.
Deckt sich das mit Deinen Erfahrungen?
-Gruß, whn
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Zitat: "Deckt sich das mit Deinen Erfahrungen?"
Ja, denn aktiv kann man entzerren und - soweit physikalisch möglich - das Tieftonmanko ausbügeln.
Da man im Besonderen im Lautsprecherbau nichts "geschenkt" bekommt - sprich: immer nur Kompromisse eingehen kann - sinkt dabei der höchstmögliche Schalldruck und der Klirr im Mitteltonbereich (gilt nur für Zweiwegeriche) steigt an.
Solange aber die Lautstärkeanforderungen sich in vernünftigen Bereichen abspielen, überwiegen die Vorzüge.
Gruß
David
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
>>> Wenn möglich, sind Standlautsprecher vorzuziehen! Schon rein physikalisch betrachtet haben sie Vorteile gegenüber Kompaktlautsprechern. Das größere Gehäusevolumen, meist im Zusammenhang mit mehr Membranfläche, ergibt mehr Klangvolumen und Linearität im Grund- und Tieftonbereich. Auch bei kleinen Abhörlautstärken bleibt das volle Klangbild erhalten, Kompaktlautsprecher verlieren dabei etwas mehr an Substanz. Standlautsprecher schöpfen einfach "aus dem Vollen" und das ist nicht zu überhören. <<<
Das teile ich nicht, schon gar nicht in dieser verallgemeinerten Form. Wie ich oben schon schrieb, spielt der Raum eine wichtige Rolle. Viele Menschen haben Wohnzimmer um 20qm - da passen potente Standboxen weder von der Basswiedergabe noch vom Hörabstand optimal. Und gerade bei kleinen Abhörlautstärken entfalten große Lautsprecher eben nicht ihr volles Potential.
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
So unterschiedlich können die Erfahrungen sein!
Ich beispielsweise bin der Meinung, dass die Raumgröße und die Lautsprechergröße fast nichts miteinander zu tun haben.
Ich habe schon wunderbare Resultate erzielen können mit richtig &quot;ausgewachsenen&quot; Standboxen in Räumen mit 20qm und ebenso mit kleinen &quot;feinen&quot; Kompakten in 50qm.
Entscheidend ist viel mehr die Raumakustik an sich, die richtige Aufstellung und der richtige Hörplatz. Wobei fast nie ein größerer Abstand als 3 Meter gut ist. 2,5 Meter ist ein goldener Mittelweg.
Bei Standboxen und kurzem Hörabstand ist allerdings die Anordnung der Chassis ein Thema. Hier sind Koaxe im Vorteil oder zumindest sehr nahe liegende Hoch-/Mitteltöner.
Gruß
David
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Bei der Aussage
>>>Entscheidend ist viel mehr die Raumakustik an sich, die richtige Aufstellung und der richtige Hörplatz. <<<
sind wir sicherlich beieinander. Die Beschaffenheit des Wohnraums spielt auch eine große Rolle (Boden, Höhe, Mobiliar,...).
Bei der Aufstellung wie beim Hörplatz müssen viele Leute mit Kompromissen leben. Meine eigene Erfahrung - als langjähriger "Standboxenhörer" - geht mittlerweile dahin, dass dies mit Kompakten etwas leichter zu erreichen ist, insbesondere wenn eine wandnahe Aufstellung nicht vermeidbar ist.
Aber Du hast insofern recht, dass nicht die Bauform alleine hier entscheidet, sondern wie die Box insgesamt konstruiert ist - Raum, Box und Aufstellung müssen zusammenpassen.
Re: Kompakt - oder Standboxen - wann empfieht sich was?
Hallo zusammen
Eure Beiträge finde ich alle interssant und lehrreich. Ich sehe ich bin am richtigen Ort: Ihr habt alle etwas auf dem "Kasten". Ich bringe mal eine etwas provokante Aussage: Bisher war der Raum schuld ob gross oder klein zu wählen sei. Fakt wird wohl oder übel sein, dass eher der Lautsprecher gewechselt wird als die Wohnung oder das Zimmer. Wir sind alle hier weil wir uns Gedanken machen über das was uns die Zeitschriften einflössen wollen. Gehen wir doch auch in diesem Bereich einen Schritt weiter: Selber neues ausprobieren: Ich habe schon fast sämtliche Lautsprechergehäusearten gebaut, getestet oder gekauft und bei mir gehört (geschlossen, Reflex, Bandpass, TML, Dipol, Zwitterlösungen). Manches geht gut, manches weniger und dazu die passende Elektronik als zusätzliche Variable - schwierig und meistens unvorhersehbar. Genau das macht es doch so spannend. Akustik ist keine exakte Wissenschaft und seien wir ehrlich; die Evaluation ist doch auch ein interessanter Aspekt. Mein Tipp: Probier mal das Unkonventionelle (z.B. einen Dipol oder ein Horn wenn's wummert im Bass), ein Bild mit integrierten Akustikelementen, ein Resonator hinter dem Fernseher, Frau ist glücklich und ich habe dazu gelernt ...
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